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Eine Ton-Dia-Show
entsteht
»Wie der Grüffelo das Brüllen lernte«
Ein medienpädagogisches Projekt im DRK-Kindergarten
Sprakensehl
(DRK-Kreisverband Gifhorn e. V.) im Zuge einer Fortbildung des Blickwechsel
e. V.
Verantwortlich für die Planung, Durchführung
und Dokumentation des Projektes:
Carola Jordan (Leiterin des Kindergartens)
Mitarbeiterin: Alexandra Wilkewitz (Gruppenleiterin)
Vorüberlegungen
Die Kinder unserer Gruppe hatten schon seit einigen
Monaten das Bilderbuch vom "Grüffelo" ("Der
Grüffelo", Autor: Axel Scheffler/Julia Donaldson, Verlag:
Beltz & Gelberg) zu ihrem absoluten Hit erklärt. Und so
hatten wir uns vorgenommen in Anlehnung an diese Geschichte eine
Ton-Dia-Show zu erstellen.
Dazu wollten wir zunächst die Figuren des Buches
gestalten und danach die einzelnen Szenen im Wald nachstellen und
mit einem Diafilm fotografieren. Anschließend sollte die Geschichte
dann vertont werden und wir wollten das fertige Werk den Eltern
auf einem Kinonachmittag vorstellen.
Außerdem wollten wir noch unser eigenes Grüffelo-Lied
dichten.
Es war uns wichtig, dass alle Kinder unserer Gruppe in irgendeiner
Form an diesem Projekt beteiligt waren.
Es sollte Angebote für die gesamte Gruppe, sowie auch für
verschiedene Kleingruppen geben.
Nach diesen Vorüberlegungen stellten wir zunächst das
Gerüst für den Grüffelo aus Kaninchendraht her, und
wir fotografierten die Bilder des Bilderbuches mit einem Diafilm
ab.
Als nächstes informierten wir die Eltern über das Projekt
in unserer Kindergartenzeitung, der Mäusepost.
Wir legten einen zeitlichen Rahmen für unser
Projekt von ca. 8 Wochen fest.
Projektverlauf im Überblick
1. Woche
Der Grüffelo wird gebastelt
Das Bilderbuch wird als Diaserie vorgestellt 2.
Woche
Der Grüffelo wird fertiggestellt
Die Schlange, die Maus, die Eule und der Fuchs werden gebastel
3. Woche
Wir dichten unser Grüffelo-Lied
Die Tonaufnahmen werden gemacht 4. Woche
Wir veranstalten eine Dia-Rate-Show
Wir experimentieren mit Glasdias 5. Woche
Wir gehen in den Wald und fotografieren die Geschichte
Die entwickelten Dias werden gerahmt, aussortiert und beschriftet
Wir gestalten Bilder für die Galerie 6.
Woche
Wir gestalten Einladungskarten und drucken Eintrittskarten
Weitere Bilder für die Galerie werden gestaltet
7. Woche
Wir gestalten Tüten für Popcorn und Chips
Wir drucken weitere Eintrittskarten 8. Woche
Wir treffen letzte Vorbereitungen für das Fest
9. Woche
Kinonachmittag |
Projektverlauf im Detail
Einstieg in das Projekt
Am Morgen des 06. März 2000 stellten wir das Drahtgerüst
des Grüffelo in unserem Malraum auf den Tisch, und ich begann
mit Zeitungspapier und Kleister den Grüffelo zu bekleben. Nach
und nach kamen die Kinder in den Raum und fragten, was das wohl
sein möge. Wir ließen sie raten. Es dauerte eine ganze
Weile, bis sie endlich darauf kamen, dass dieses der Grüffelo
werden sollte. Gemeinsam klebten wir noch einige Schichten Papier
rund um den Grüffelo und zum Abschluß des Tages sahen
wir uns das vorher abfotografierte Bilderbuch als Diaserie gemeinsam
an.
1.-2. Woche: Die Tiere werden gestaltet
Von nun an halfen viele Kinder fleißig mit,
den Grüffelo zu gestalten. Einige Kinder mochten den Kleister
nicht an den Händen haben. Sie klebten entweder mit dem Pinsel
oder sie beschränkten sich auf’s Zuschauen.
Unser Grüffelo erhielt insgesamt sechs Papierschichten und
mußte dann zunächst einige Tage trocknen. Danach erhielt
er Ohren, Nase, Mund und Zähne, sowie scharfe Krallen, Stacheln
am Rücken usw. Zum Schluß wurde er mit rotem Fell beklebt
und erhielt noch seine feurigen Augen und die Warze auf der Nase.
Nach 8 Tagen war unser Grüffelo dann fertig.
Die anderen Tiere (Maus, Schlange, Fuchs) wurden ebenfalls aus Kleister
und Papier hergestellt und anschließend angemalt. Nur die
Eule gestalteten wir aus Heu.
Als alle Tiere fertig waren, dekorierten wir damit eine Ecke in
unserer Eingangshalle und informierten die Eltern durch Fotos an
der Pinnwand über den Fortgang unseres Projektes.
3. Woche: Wir dichten ein Grüffelo-Lied

Nach gemeinsamen Überlegungen, was im Lied alles
vorkommen soll, dichtete ich das Grüffelo-Lied zur Melodie
"Ging ein Weiblein Nüsse schütteln!"
Den Kindern erzählte ich, dass ich mit dem Dichten nicht ganz
fertig geworden war, und dass mir doch immer das letzte Wort in
jeder Zeile fehlen würde. Das war immer das schwierigste Wort,
weil es sich doch reimen mußte. So sang ich den Kindern die
jeweilige Strophe vor und sie ergänzten den jeweils fehlenden
Teil.
Zum Schluß entstand das folgende Lied, das von nun an oft
geübt wurde:
Das Grüffelo - Lied
(nach der Melodie: Ging ein Weiblein Nüsse schütteln)
Kennst du schon den Grüffelo,
Grüffelo, Grüffelo,
der brüllt den ganzen Tag so froh,
der brüllt so richtig froh.
Dann traf er auf die kleine Maus,
kleine Maus, kleine Maus,
und sprach: Komm doch mit in mein Haus,
komm doch mit in mein Haus.
Denn du bist meine Lieblingsspeise,
Lieblingsspeise, Lieblingsspeise,
dich ess' ich auf jeder Reise,
immer wieder gern.
Doch die Maus hat nur gelacht,
nur gelacht, nur gelacht,
das hast du dir wohl gedacht,
dir wohl ausgedacht.
Denn jeder hier hat Angst vor mir,
Angst vor mir, Angst vor mir,
denn das hier, das ist mein Revier,
ist wirklich mein Revier.
Der Grüffelo hat laut gelacht,
laut gelacht, laut gelacht,
doch dann sprach er: Abgemacht!
Das probieren wir aus!
Die Schlange, die kriecht schnell vom Fleck,
schnell vom Fleck, schnell vom Fleck,
hier muss ich wohl ganz schnell weg,
wohl besser ganz schnell weg.
Die Eule nimmt sofort Reissaus,
sofort Reissaus, sofort Reissaus,
sie fliegt bestimmt ganz schnell nach Haus,
ganz schnell zu sich nach Haus.
Der Fuchs hat Angst und flüchtet schnell,
flüchtet schnell, flüchtet schnell,
hier hau ich ab, gleich auf der Stell,
hier hau ich lieber ab.
Der Grüffelo, der glaubt es kaum,
glaubt es kaum, glaubt es kaum,
das ist ja heute wie im Traum,
das ist ja wie im Traum.
Denn jeder hier hat Angst vor ihr,
Angst vor ihr, Angst vor ihr,
vor dem kleinen Mäusetier,
vor dem Mäusetier.
Der Grüffelo läuft weg vor Schreck,
weg vor Schreck, weg vor Schreck,
er läuft ganz schnell in sein Versteck,
ganz schnell in sein Versteck.
Im Walde ist es jetzt ganz still,
jetzt ganz still, jetzt ganz still,
die kleine Maus macht, was sie will,
macht einfach, was sie will.
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Die Tonaufnahmen werden gemacht

Nachdem sich sechs unserer Kinder spontan bereit erklärt
hatten, die Tonaufnahmen für die Grüffelo-Geschichte zu
machen, zogen wir uns gemeinsam in den Personalraum der Kita zurück.
Ausgerüstet mit einem Kassettenrecorder konnte es nun losgehen.
Zunächst verteilten die Kinder die Rollen untereinander. Es
wurde ein Sprecher ausgewählt, ein Grüffelo, eine Maus,
eine Schlange, ein Fuchs und eine Eule.
Danach wollten wir den Tieren verschiedene Geräusche zuordnen,
die immer dann zu hören sein sollten, wenn die Tiere erschienen.
Nach vielen Überlegungen einigten wir uns folgendermaßen:
- Grüffelo: Trommel
- Maus: Triangel
- Schlange: Rassel
- Fuchs: Blockflöte
- Eule: Papierrascheln
Dann wurde es ernst! Wir stellten den Recorder auf
Aufnahme und ich begann den Text der Geschichte Zeile für Zeile
vorzulesen. Nach jeder Zeile reichte ich dann das Mikrophon an das
zuständige Kind und das Kind sprach die Zeile nach.
Auf diese Weise war es nicht nötig, den vollständigen
Text auswendig zu lernen; er wurde einfach Stück für Stück
vorgelesen und nachgesprochen. Das band lief während der gesamten
Zeit mit, so dass am Ende auch meine Stimme mit zu hören war.
Die Kinder waren jedoch nicht nur für die Stimmen der Tiere
zuständig, sondern auch für deren Geräusche. Alle
waren während der Aufnahme hochkonzentriert, damit auch ja
nichts vergessen wurde.
Nach 1,5 Stunden war die Aufnahme dann im Kasten. Wir hörten
uns unsere eigenen Stimmen noch einmal an. Das war ein großer
Lacher!
Außerdem wurde auch noch das selbst gedichtete Grüffelo-Lied
aufgenommen.
Nun galt es noch das Band richtig zusammenzuschneiden. Diese Aufgabe
war mir zugedacht und kostete noch einmal 2 Stunden Zeit. Doch dann
war es geschafft!
Das fertige Werk sollte jetzt den anderen Kindern vorgestellt werden,
und so trafen sich alle in der Halle des Kindergartens.
Die fotografierten Bilderbuchdias wurden an die Wand projiziert
und gleichzeitig ließen wir unsere Kassette mitlaufen. Der
anschließende Beifall bestätigte das Gelingen der Tonaufnahme!
4. Woche: Wir veranstalten eine Dia-Rate-Show
Um den Kindern nahezubringen, wie ein Dia überhaupt
entsteht, wollten wir sie selbst Dias gestalten lassen. Das funktioniert
am besten mit Glasdias, die man aufklappen kann. Diese werden dann
mit verschiedene Techniken bemalt, beklebt oder durch das Einlegen
verschiedener Materialien gestaltet.
Zunächst kaufte ich 100 Glasdiarahmen ein und gestaltete 10
Stück davon in unterschiedlichen Techniken. Ich legte verschiedene
Materialien (Federn, Wolle, Papier, Sand, Gras etc.) zwischen die
beiden Glasscheiben, ich gestaltete farbige Bilder (mit Fingerfarbe)
und einige Dias wurde mit Hilfe einer Kerze geschwärzt und
anschließend wurde ein Bild in den Ruß geritzt.
Dann trafen sich alle Kinder zur Dia-Rate-Show in der Halle.
Dort zeigte ich den Kindern zunächst die leeren Glasdias und
erklärte, dass man diese aufklappen und verschiedenartig gestalten
könne. Danach sollten sie erraten, wie die fertigen Dias wohl
zustande gekommen sein mögen.
Der Raum wurde verdunkelt und ich projizierte nacheinander die verschiedenen
Dias an die Leinwand.
Viele der Gestaltungsideen wurde von den Kindern erraten, bei einigen
waren sie jedoch auf unsere Mithilfe angewiesen.
Wir experimentieren mit Glasdias
Im Anschluß an die Dia-Rate-Show erhielten dann
alle Kinder die Gelegenheit, selbst einige der Dias zu gestalten.
Dabei hatte alle eine Menge Spaß.
Die Ideen gingen den Kindern nicht aus und wir hatten bei weitem
nicht genug Glasdias gekauft.
Als nach drei Tagen alle Kinder mehrere Dias gestaltet hatten, gab
es eine weitere Dia-Rate-Show mit allen gesammelten Werken.
5. Woche: Wir fotografieren die Geschichte
Jetzt war es endlich soweit! Die Geschichte sollte
fotografiert werden. Wir hatten uns entschieden dass wir unseren
acht zukünftigen Schulkindern in den Wald gehen wollten, um
die Dias zu fotografieren. Zunächst machten unsere "Großen"
dann einige "Trockenübungen" mit dem Fotoapparat!
Wir erklärten den Sucher, den Zoom, den Auslöser und probierten
alles reichlich aus. Dann ging es los!
Wir beluden zwei Bollerwagen mit den Tieren und reichlich Essen
und Trinken für ein Picknick und machten uns auf in den nahegelegenen
Wald.
Im Wald angekommen, suchten wir nach einem sonnigen Platz und luden
die Tiere aus. Nach einem Blick ins Bilderbuch wurde dann sofort
die erste Szene nachgestellt und von zwei Kindern fotografiert.
Zur Sicherheit machte auch einer von uns Erwachsenen jeweils ein
Foto. So ging es von Bild zu Bild weiter. Die Kinder legten viel
Wert darauf, dass auch alles naturgetreu nachgestellt wurde.
Zwischendurch legten wir eine kleine Pause ein, und stärkten
uns bei einem Picknick. Aber schon nach kurzer Zeit drängten
die Kinder zum Weitermachen.
Als wir fertig waren, war es schon fast Mittag und wir machten uns
auf den Heimweg.
Als drei Tage später 120 Dias entwickelt waren, wurde sie gerahmt
und gemeinsam schauten wir uns nun die jeweils drei Bilder einer
Szene an und suchten das Schönste heraus. Daraus entstand dann
die Dia-Serie vom Grüffelo!
Wir gestalten Bilder für eine Galerie
Wir hatten uns vorgenommen, den Grüffelo, sowie
auch die anderen Tiere in verschiedenen Techniken zu gestalten,
um so eine Galerie aller Tiere als Ausstellung präsentieren
zu können. Die Tiere wurden mit bunten Papierschnipseln beklebt,
sie wurden mit Fingerfarben bemalt oder gestempelt, sie wurden mit
den verschiedensten Farben angemalt (Wasserfarben, Wachsmalstifte,
Buntstifte).
Dieses war wiederum eine Aktion, an der sich alle Kinder beteiligen
konnten.
Außerdem entstand in diesem Zuge auch noch ein Riesen-Grüffelo
(Höhe 3,20m, Breite 2,40 m) der mit Wasserfarben ausgemalt
wurde, und der den Eingang unseres Kindergartens am Kino-Nachmittag
zieren sollte.
6.-8. Woche: Wir bereiten uns auf den Kinonachmittag vor
Von Anfang an war geplant unsere fertige Ton-Dia-Show
auf einem Kino-Nachmittag den Eltern zu präsentieren. Zusätzlich
sollten auch die selbstgestalteten Dias gezeigt werden, sowie eine
Dokumentation unseres Projektes.
Mit den Kindern gemeinsam beschlossen wir, dass dieser Tag folgendermaßen
gestaltet werden sollte.
- Die Kinder wollten am Eingang des Kindergartens
Eintrittskarten verkaufen.
- Diese Eintrittskarten sollten vor der kinotür abgestempelt
werden.
- Es sollte einen Kiosk geben, der Getränke, sowie Popcorn
und Chips bereithalten sollte.
Und dann ging es auch gleich an die Arbeit:
- Zunächst galt es eine Einladung zu entwerfen.
Dazu zeichnete eines unserer Kinder die Umrisse vom Grüffelo.
Der wurde dann vielfach kopiert und von allen Kindern mit viel Ausdauer
angemalt. Daraus wurden dann die Einladungskarten gestaltet.
- Mit einem selbst gebastelten Moosgummistempel (Profil vom Grüffelo)
wurden zahlreiche Eintrittskarten gestempelt.
- Popcorntüten und Chipstüten erhielten Grüffelo-
und Mausstempel.
Die Vorstellung der Geschichte:
Und dann war es soweit: Der große Tag war gekommen.
Die ersten Kinder saßen am Eingang und kassierten die Eintritt.
Wir hatten uns auf insgesamt drei Vorstellungen der Geschichte geeinigt
und alle drei Vorstellungen waren an diesem Tag auch sehr gut besucht.
Auch die Vorstellung der selbst gestalteten Dias fand großen
Anklang bei allen Eltern und Gästen.
In der Halle hingen zahlreiche Plakate mit vielen Fotos, die den
Verlauf des Projektes darstellten.
Der Tag war ein voller Erfolg. Die Kinder waren stolz auf das Vollbrachte
und führten ihre Eltern von einem Raum in den nächsten.
Sie zeigten stolz ihre gemalten Bilder und erklärten an Hand
der Fotos, an welchen Aktionen sie jeweils beteiligt gewesen waren.
Die Eltern sparten nicht mit lobenden Worten.
Zwischen den Vorstellungen trafen sich dann alle Kinder auf dem
Spielplatz und sangen noch einmal das Lied vom Grüffelo.
Carola Jordan

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