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Unser DRK-Kindergarten
liegt ländlich in Lüdingworth, einem Ortsteil der Stadt
Cuxhaven. Wir sind eine zweigruppige Halbtagseinrichtung mit Kindern
im Alter von 2 bis 6 Jahren. In unserer Einrichtung arbeiten wir
nach dem offenen Konzept. D.h. wir haben verschiedene Funktionsräume,
in denen aber lange Zeit nur das Radio bzw. der CD-Spieler und Bücher
als Medium eine Rolle spielten.
Nachdem wir an einer medienpädagogischen Fortbildung des Blickwechsel
e.V. teilgenommen hatten, beschlossen wir, dass auch der Computer
in den Gruppenalltag Einzug halten sollte.
Mit dem Projekt wollen wir erreichen, dass die Kinder den Computer
kennen lernen und damit selbständig umgehen können, und
wir wollen den Kindern Möglichkeiten aufzeigen, was sie außer
spielen noch mit/ am Computer "anstellen" können.
Der Computer soll in den ganz normalen Alltag integriert werden.
Das heißt, dass es keine Besonderheit darstellt, wenn man
an den Computer darf. Der PC ist ein Angebot von vielen und gehört
wie auch der CD-Spieler oder das Bilderbuch dazu.
Projektvorbereitungen
Natürlich informierten wir unser Team über das geplante
Projekt. Auf Dienstbesprechungen stellten wir ihnen unsere Ideen
und Ausarbeitungen vor.
Die Eltern wurden während eines allgemeinen Elternabends informiert.
Hier teilten wir ihnen auch mit, dass wir noch mal einen extra Abend
nur zu diesem Thema veranstalten, um dort alles ausführlicher
vorzustellen.
Der Computer kommt an...
Bevor die digitale Fotokamera zum Einsatz kam, haben wir mit den
Kindern zunächst den neu angekommen Computer ausgepackt und
aufgebaut. Im Stuhlkreis konnten dann alle von ihrem Vorwissen rund
um den Computer berichten. Soviel war das aber gar nicht, zwar hatten
alle einen PC zu Hause, doch mehr als gelegentliches Spielen zusammen
mit den Eltern hatte bis dahin noch niemand gemacht.
Das sollte sich jetzt ändern! Aber bevor es richtig losging,
legten wir gemeinsam noch einige Benutzerregeln fest. Diese Regeln
malten die Kinder zuerst nur auf. Später fotografierten sie
diese noch mal mit der Digital-Kamera.
Hier einige Beispiele unserer Verhaltensregeln am Computer:

Nicht mit schmutzigen Händen
an den Computer

Vorher die Hände waschen

Streiten, hauen und toben
ist verboten

Am Computer darf nicht gegessen
und getrunken werden
Erste Knipsereien
Nun packten wir auch die Digital-Kamera aus. Nach einer kurzen Einweisung
ging es im Kindergarten auf Bilderjagd: es wurden viele kleine Details
aus der Umgebung geknipst und später eifrig geraten, was auf
dem Rätselbild zu sehen ist. Das war nicht immer einfach. Glücklicherweise
gab es ja immer ein zweites Foto, das die Auflösung zeigte.
Am nächsten Tag fotografierten sich die Kinder gegenseitig.
Unter viel Gelächter wurden die verschiedenen Effekte des mitgelieferten
Programms unserer Digitalkamera ausprobiert. Die Bilder, die durch
den so genannten Malbuch-Effekt entstanden, druckten wir aus und
malten sie mit Buntstiften an. Als nächsten machten wir uns
daran, diese Bilder im Paint-Programm zu gestalten. So entstanden
viele lustige Kunstwerke.
Unser erstes eigenes Bilderbuch
Und dann ging es ans Geschichten erfinden, gar nicht so einfach!
Deshalb haben wir zum "Üben" erstmal eine Geschichte
genommen, die die Kinder sehr mögen: die Geschichte vom kleinen
Kürbis (aus dem
PeP Hefter "Herbst und Halloween"). Diese hatten wir schon
unzählige Male vorlesen "müssen", allerdings
gab es bisher keine Bilder dazu. Das sollte sich jetzt ändern.
Wir lasen die Geschichte gemeinsam noch mal im Ganzen und überlegten
dann Abschnitt für Abschnitt, welche Fotos wir dazu knipsen
wollten.
Beispiele der
Bebilderung
Eine eigene Geschichte ausdenken
Nun waren wir "warm gelaufen" und ließen unserer
Kreativität freien Lauf. Eine Dino-Geschichte sollte es werden,
das stand schnell fest. Schließlich gehören Dinos nach
wie vor zu den Favoriten bei den Kids. Eine Abenteuergeschichte...
ein Vulkanausbruch... dafür brauchten wir natürlich eine
spezielle Urzeit-Landschaft, die haben wir uns einfach selbst gebaut.
Und dann die Fotos gemacht und gemeinsam die Texte überlegt.
Einige Impressionen
aus dem "making of"
Und hier nun das Ergebnis:
"vor 100 Mio Jahren"

Vor 100 Millionen Jahren lebten Dinosaurier in diesem Land. Ein
Tyrannosaurus Rex kam ins Tal, weil er Rauch gerochen hatte.

Da kam noch ein schwarzer T-Rex dazu.

Auch der Allosaurus wollte wissen, was los ist.

Der große T- Rex sagte: "Bleibt lieber stehen, es könnte
sein, dass der Vulkan ausbricht!"
Doch es kamen
immer mehr Dinosaurier. Es kamen Brachiosaurier, Triceratops, Stegosaurier,
ein Iguanodon, Raptoren, Flugsaurier und viele, viele andere.

Als sie alle ein lautes Rummeln aus dem Vulkan hörten, bekamen
sie Angst und liefen weg.
Da hatte der große T- Rex eine Idee.

"Halt! Wartet!" rief er den flüchtenden
Dinosauriern hinterher. "Ich habe eine gute Idee! Ich kann
uns alle retten! – Ich werde den Vulkan auspusten!"

Da kamen alle
wieder zurück und riefen: "Wir sind gerettet! Hurra!!!"
Jetzt feierten
alle zusammen am erloschenen Vulkan.
Das war unsere Dinosaurier-Geschichte!

Emil, Lasse, Malte, Lukas, Lasse und Jannes
Reaktionen des Teams
Das Team stand dem Projekt sehr aufgeschlossen gegenüber. Wir
hatten schon länger überlegt, wie wir den Computer in
den Kindergarten einbringen könnten. Doch erst durch die Fortbildung
bekamen wir den richtigen Anstoß.
Unsere Kolleginnen fragten und hinterfragten oft die Angebote. Wenn
die Zeit dazu war, wurde auch schon mal zugeschaut.
Reflexion
Der Computer wurde gut in den Alltag eingebracht. Es ist schön
zu sehen, wie die Kinder einander am Computer helfen und zusammen
arbeiten.
Bevor wir mit dem Projekt begonnen hatten, war ein Gedanke, dass
die Kinder sicherlich vor allem am PC spielen wollen. Doch schon
nach einigen Tagen konnten wir feststellen, dass das Gegenteil der
Fall ist. Die Kinder entdeckten mit viel Eifer die vielseitigen
Einsatzmöglichkeiten des Computers.
Sicherlich war es zunächst sehr spannend, dass es jetzt einen
Computer im Kindergarten gibt, aber er gehörte schon bald zum
alltäglichen Bild dazu ohne es zu dominieren.
Ingrid Santjer und Nicole Heins, DRK-Kindergarten Lüdingworth
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