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Die Harke / Nienburger Zeitung vom 3. Dezember 2005
Trickfilm-Schmiede St.-Laurentius-Schule
Mädchen und Jungen der Liebenauer Grundschule erwarben Medienkompetenz

Liebenau (hm). Fische schwimmen langsam durchs Bild. Einer von zahlreichen Filmen, die wenige Minuten dauern. Die Herstellung dieser kleinen Trickfilm-Szenen hatte allerdings viele Stunden in Anspruch genommen.
Mütter, Väter und Kinder drängen sich in den Klassenraum in der St.-Laurentius-Schule in Liebenau. Einige Räume weiter wird gerade die Tür mit dem Schild "Vorführung" geschlossen. In beiden Räumen werden Trickfilme gezeigt. Aber nicht irgendwelche. Nein, diese hier sind selbst gemacht. Yola erklärt einigen Eltern, wie die Mädchen und Jungen der Liedenauer Grundschule diese Trickfilme gedreht haben. Sie erläutert im Detail, wie die Bilder laufen lernten.

Christiane Orywal unterstützte Yola bei der Kurzeinführung zur Trickfilmherstellung. Wer einen echten "Filmemacher" in der Familie hat, besucht auch die Vorführung.
Fotos: Heidi Reckleben-Meyer  


Unterstützt wird die Liebenauer Grundschule bei diesem medienpädagogischen Projekt durch Eva Hanel von der Landesjugendschutzstelle Hannover und Christiane Orywal vom Bielefelder "Blickwechsel". Die Kreativität und die Konzentration seien nachhaltig mit dem Trickfilmprojekt gefördert worden, freut sich nicht nur Schulleiterin Eva Felkel. Entscheidend sei auch, dass die Mädchen und Jungen selbst erfahren, mit welchem Aufwand ein Film hergestellt werde. Der Blick hinter die Kulissen böte zudem eine ganz neue Perspektive. "Den Kindern wird plötzlich klar, dass es Manipulationsmöglichkeiten gibt", erläutert die Schulleiterin. Mit der Vertonung und dem Schneiden der Filme hätten die Kinder zudem sehen und erleben können, wie Stimmungen und Effekte in einem Film "hineingelegt" werden können, so Eva Felkel. sie ist sich sicher, dass die Kinder Filme jetzt kritischer sehen. Solche Erfahrungen hält die Schülerin in der heutigen Zeit für unerlässlich: "So erwerben die Kindern nach und nach Medienkompetenz."

Eva Hanel von der niedersächsischen Jugendschutzstelle weiß, wie schwierig es ist, beispielsweise einen Elternabend zum Thema "Medienkonsum" auf die Beine zu kriegen. "Das wird doch als sehr privates Thema empfunden", weiß sie aus Erfahrung. Der Einladung zur Trickfilmpräsentation waren hingegen viele Eltern gefolgt – und der Schulelternrat sorgte für eine reichhaltige Kaffeetafel auf hübsch dekorierten Tischen. Der Erlös aus dem Kaffee-, Brötchen und Kuchenverkauf soll in die Schulbücherei fließen. Auch für die Mitarbeiterin der Jugendschutzstelle war es in Liebenau die Premiere für solch einen Eltern-Kind-Nachmittag als Abschluss.

Mit Spannung erwarten die Liebenauer Mädchen und Jungen jetzt das Ergebnis; Der Kinderkanal wird einige Trickfilme auswählen und senden. Ob einer aus Liebenau dabei sein wird, bleibt abzuwarten. Die Filme sollen schon bald unter wwww.trickfilmchen.de im Internet zu sehen sein.
Zudem sind die Liebenauer schon einen Schritt weiter. Sie haben mit der Unterstützung ihres Hausmeisters, Karl-Heinz Prüser, die Trickbox nachgebaut. "Vielleicht macht der Liebenauer Grundschule ja ein schönes Weihnachtsgeschenk", hofft Schulleiterin Eva Felkel mit Blick auf die fehlende Kamera, die über einen Trickfilmmodus verfügen soll.

Fotos: Die Harke / Heidi Reckleben-Meyer