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Interview
vom 01.04.2008
SCHAU HIN! Elterntipp
Interview mit
Sabine Eder
Die häufigsten Fragen der CeBIT beantwortet
von Sabine Eder, Diplom Pädagogin
Ist Fernsehen tatsächlich schädlich
für die kindliche Entwicklung?
Das Fernsehen kann — richtig genutzt — Kindern viele
Anregungen zum Weltverständnis liefern, wenn aber das Fernsehen
zur Hauptaktivität eines Kindes zählt, dann hat dies sicher
negative Folgen für die kindliche Entwicklung. Schließlich
eignen sich Kinder ihre Umwelt in erster Linie durch Begreifen,
im Spiel und durch Ausprobieren an. Sitzt ein Kind ständig
vor der Flimmerkiste, bleibt wenig Zeit um aktiv und mit allen Sinnen
die Welt zu erkunden.
Zudem sollten Eltern darauf achten, dass Kinder ihre TV-Erlebnisse
auch verarbeiten können. Sie sollten mit ihren Kindern über
Gesehenes reden, hilfreich als Gesprächsanlass sind auch Zeichnungen
die Kinder zu Filmszenen anfertigen können (Aufgabenstellung
kann sein: Was mir besonders gefallen/missfallen hat!) Eltern sollten
ihren Kindern auch die Möglichkeit lassen ihre Erlebnisse im
Rollenspiele auszuagieren, da kommt es schon mal vor, dass sich
SpongeBob oder Bibi Blocksberg im Wohnzimmer verirren! Für
diese Bearbeitung muss Kindern übrigens genug Zeit eingeräumt
werden. Kurz vor dem Zubettgehen sollten daher keine Filme angesehen
werden, die Kinder in Unruhe versetzen. Kommt es doch einmal vor,
muss dem Kind genug Zeit gegeben werden, die Sendung zu verdauen!
Denken Sie daran, dass Kinder Sendeinhalte anders verstehen als
Erwachsene und dass jedes Kind sein eigenes Interpretationsmuster
hat. Kinder können einen Krimi nicht abtun als Fiktion, die
Inhalte belasten sie mitunter tagelang. Aber auch ein Kinderfilm
kann Szenen enthalten, die ein Kind verängstigt. Daher sollten
Kinder beim Fernsehen durch ihre Eltern begleitet werden und Eltern
sollten den individuellen Entwicklungsstand ihres Kindes bei der
Auswahl der Sendungen beachten. Kindergartenkinder sollten zudem
in der Regel nicht länger als eine halbe Stunde am Stück
fernsehen, da ihre Aufnahmekapazitäten und Wahrnehmungsmöglichkeiten
noch sehr begrenzt sind. Das Fernsehen muss auch nicht jeden Tag
laufen, vor allem bei schönem Wetter gibt es so viel zu machen!
Seien Sie den Kindern ein Vorbild und suchen Sie nach Alternativen
zum Medienangebot!
Meine Kinder chatten, also sie machen das
per Instant Messaging. Was ist das eigentlich und ist das sicher!?
Instant Messaging (kurz IM) bedeutet soviel wie "sofortige
Nachrichtenübermittlung", der Name kommt tatsächlich
vom Instant Kaffee, der schnell und einfach zubereitet werden kann.
Jugendliche und mehr und mehr auch Kinder nutzen IM zur Kommunikation
mit FreundInnen. Dabei tippen sie kurze Text-Mitteilungen in die
Computertastatur und diese werden über ein Netzwerk an die
EmpfängerInnen geschickt. Die "Unterhaltung" findet
in der Regel zwischen zwei Beteiligten oder einer kleinen Gruppe
von NutzerInnen statt, die in der benötigten Kontaktliste eingetragen
sind. Am eigenen EmpfängerInnen geschickt. Die "Unterhaltung"
findet in der Regel zwischen zwei Beteiligten oder einer kleinen
Gruppe von NutzerInnen statt, die in der benötigten Kontaktliste
eingetragen sind. Am eigenen Rechner wird eingeschaltet, ob sie
für die anderen aus der Liste präsent — also online
— sind oder nicht. Im Gegensatz zu einem öffentlichen
Chat, in dem Kinder und Jugendliche oft mit völlig fremden
Menschen "plaudern" wird IM vorwiegend genutzt, um sich
mit (Schul-)FreundInnen auszutauschen und kann als Alternative zum
Telefonat gesehen werden.
Und ist das sicher!?
Das Problem ist, dass die BenutzerIn-Kennungen bei den meisten Messengern
über die öffentlichen Profil-Seiten ermittelt werden können.
Jugendschutz.net hat festgestellt, dass es bei allen Messengern
zu häufigen Kontaktversuchen von Fremden kommt und dass diese
häufig jugendgefährdende Bilder und Videos in die Kinderzimmer
schicken! Kinder und Jugendliche können belästigt werden,
ohne dass jemand ggf. helfend einschreiten kann.
Was tun!?
Ob das Instant Messaging sicher ist, hängt sehr davon ab, welche
Sicherheitseinstellungen von den Kindern und Jugendlichen vorgenommen
wurden. Zu empfehlen ist die jeweils höchste
Sicherheitsstufe, denn damit ist weitestgehend gewährleistet,
dass u.a. keine Nachrichten von Fremden angenommen werden können,
eine Aufnahme in die Kontaktliste nur mit Erlaubnis zugelassen ist,
die öffentliche Statusanzeige abgeschaltet und der Nachrichtenverlauf
automatisch gespeichert wird. Kindern und Jugendlichen sollte klar
gemacht werden, dass sie ihren BenutzerInname nicht an fremde Personen
weitergeben sollen, weder auf dem Schulhof noch in öffentlichen
Foren oder Chaträumen. Sie sollten nur FreundInnen in die Kontaktliste
aufnehmen und vor allem auch nur diesen erlauben, in deren Liste
eingetragen zu werden, denn letzteres ist bei manchen Messengern
nicht rückgängig zu machen. Die Kinder sollen außerdem
alle öffentlich einsehbare Messenger-Profile möglichst
achtsam ausfüllen, d.h. nur mit einem Nickname arbeiten, keine
Adressen, Telefonnummern, persönlichen Daten oder Bilder eintragen.
Weitere hilfreiche Tipps rund um die Sicherheitseinstellungen verschiedener
IM-Programme findet Eltern unter: www.klicksafe.de
Wo kann ich mich mit anderen Eltern austauschen?
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, ich kann hier nur wenige
nennen. In vielen Bundesländern besteht die Möglichkeit,
auf kompetente ReferentInnen zurückzugreifen, die in Kindergärten
oder Schulen Elternabende zu verschiedenen Medienthemen anbieten.
In NRW gibt es z.B. die Initiative Eltern+Medien der Landesanstalt
für Medien (LfM) die mit Hilfe von Informationsveranstaltungen
auf den gestiegenen Orientierungs-, Beratungs- und Aufklärungsbedarf
von Eltern reagieren.
In Niedersachsen gibt es das Angebot der Landesstelle Jugendschutz,
die Eltern-Medien-TrainerInnen ausgebildet haben und diese bieten
ebenfalls Elternabende an. In Zusammenarbeit mit dem Blickwechsel
e.V. bietet die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM)
Veranstaltungen für Eltern und ErzieherInnen an. Die Themenabende
drehen sich um den Medienumgang von 3—8jährigen Kindern.
Neben diesen Angeboten gibt es eine Vielzahl von Broschüren,
die über die Themen Internet, Computer, Handy informieren.
Und im Internet selbst gibt es zahlreiche, wirklich hilfreiche Seiten,
wie z.B. das Internetportal Internet-ABC, es bietet fundiertes Wissen
und hilfreiche Tipps rund um die Medienerziehung:
www.internet-abc.de/eltern
oder eben auch die Seiten der SchauHin!-Initiative:
www.schau-hin.info

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