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Drei Bausteine für die Medienarbeit in Kitas
»Ene, mene, Medien« – ein Angebot zur Medienerziehung im Raum Osthessen

Die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) und der Blickwechsel e.V. – Verein für Medien- und Kulturpädagogik – wollen im Landkreis Fulda sowie im Vogelsbergkreis zur Vermittlung von Medienkompetenz in Kindertagesstätten anregen. Einrichtungen aus den Regionen können das Projekt "Ene, mene, Medien – Drei Bausteine für die Medienarbeit in Kitas" durchführen.

Das Projekt "Ene, mene, Medien – Drei Bausteine für die Medienarbeit in Kitas" wird noch bis Dezember 2007 in Kindergärten aus dem Raum Fulda und dem Vogelsbergkreis angeboten.


Das Projekt berücksichtigt die Bedürfnisse und das Entwicklungsniveau von Kindern im Vorschulalter. Mit Hilfe von drei aufeinander aufbauenden Modulen werden die medienpädagogischen und technischen Fähigkeiten der Erzieher geschult, die Medienkompetenz der Kinder intensiv gefördert sowie die Eltern bei ihrer alltäglichen Aufgabe der Medienerziehung beraten. Im Rahmen einer Fortbildung lernen die Betreuer zunächst, wie sie Kinder zum kritischen Umgang mit den Medien erziehen können. Aktuelle Ergebnisse aus der Medienwirkungsforschung werden dabei von qualifizierten Medienpädagogen vorgestellt und diskutiert. Während des anschließenden Medienprojektes in der Kita werden Hörspiele mit den Vorschulkindern produziert, Werbespots gedreht, Trickfilme erstellt oder erste Erfahrungen mit dem Computer gesammelt. Das Projektthema ist frei wählbar. Der dritte Baustein "Elternabend" thematisiert die Medienerziehung in der Familie.



Die Bausteine im Überblick:

Bausteinkonzeption für Kindereinrichtungen
Baustein 1: Fortbildung für ErzieherInnen
Baustein 2: Medienpraktisches Projekt
Baustein 3: Elternabend
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Baustein 1: Fortbildung für ErzieherInnen

Problemstellung:
Weil Medien – zunehmend die elektronischen – zum Alltag von Kindern gehören, sind die Medien auch Thema in Kindereinrichtungen. ErzieherInnen sollten daher Kenntnisse vermittelt werden über die Wirkung von Medien auf Kinder und Jugendliche sowie über die Möglichkeiten der Erziehung zum bewussten Umgang mit den Medien. Ziel ist die Vermittlung von Medienkompetenz auf Seiten der ErzieherInnen sowie die Darstellung der Chancen der praktischen Medienarbeit mit Kindern.

Projektziele:

- Vermittlung von Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation
- Sensibilisierung für Medienwelt der Kinder und Jugendlichen
- Vermittlung medienpraktischer Kenntnisse

Grundsätzliche Themenstellungen:

- Erarbeitung von Konzepten der Medienpädagogik (Schwerpunkt: situationsorientierter Ansatz)
- Vermittlung der Relevanz von Medienarbeit in Kindergarten und Hort
- Ziele und Möglichkeiten der Medienkompetenzvermittlung
- Mediennutzungsverhalten von Kindern
- Wahrnehmung, Wirkung und Verarbeitung von Medieninhalten durch Kinder
- gesetzlicher/erzieherischer Jugendmedienschutz
- Behandlung aktueller Fragestellungen der ErzieherInnen

Mögliche vertiefende Themen
:
- Werbung
- Verhältnis reale/mediale Gewalt
- Geschlecht und Medien

Projektablauf:

Erster Tag:
Vormittags: - Intro (Begrüßung, Vorstellung, Projektbeschreibung, Fragerunde zu Erwartung und Wünschen der Teilnehmer/innen)
- Vermittlung von theoretischen Grundkenntnissen durch Diskussionsrunden,
Rollenspiele etc.
Nachmittags: - Durchführung von medienpraktischen Übungen in Kleingruppen
(2 bis 3 Gruppen je nach Teilnehmerzahl) mit den unterschiedlichen Medien

Zweiter Tag:
Vormittags: Weiterführung der praktischen Arbeit in Kleingruppen
Nachmittags: - Präsentation der Ergebnisse
- Diskussionsrunde (Verknüpfung der theoretischen
Kenntnisse und praktischen Erfahrungen)
- Umsetzung des Gelernten auf die Arbeit in der
Kindereinrichtung (konkrete Handlungsanweisungen)

Teilnehmerzahl: mindestens 6
Ort der Projektdurchführung: Kindereinrichtungen
Zeitlicher Umfang der Projektdurchführung:
2 Tage, jeweils 08:00 bis 16:00 Uhr



Baustein 2: Medienpraktisches Projekt

Problemstellung:
Die Medien – neben Radio und Fernsehen zunehmend auch der Computer – gehören zum Alltag der Kinder. Studien belegen, dass die Nutzungszeiten der Medien – insbesondere des Fernsehens – durch Kinder weiter steigen. Doch die Kenntnisse über die Medien, die Inhalte und die Wirkung sind gerade bei den Kindergarten- und Grundschulkindern sehr gering.
Durch medienpraktisches Arbeiten sollen Kinder darüber informiert werden, wie Medien(inhalte)
gemacht werden und welche Ziele die Medien verfolgen.
Projektziele:
- Sensibilisierung für Medieninhalte
- Wahrnehmungsschulung
- Mediennutzung für eigene Interessen/Erlebnisbe- und -verarbeitung durch
Medienarbeit
- Medienpraktisches Arbeiten unter Einbeziehung von ErzieherInnen
- Umgang mit der Technik erlernen

Mögliche Themenstellungen:

Themen werden von den Kindern ausgewählt. Behandlung der Themen durch ein Medium
(Hörspiel, Videofilm, Zeichentrickfilm, Dia-Show, etc.).

Projektablauf:
Der konkrete Projektablauf ist abhängig von Medium, Thema und vorgefundenen
technischen Gegebenheiten der Einrichtungen und muss im Einzelfall besprochen werden. Grundsätzlich steht das prozessorientierte Arbeiten im Vordergrund.

Teilnehmerzahl: mindestens 10 Kinder

Orte der Projektdurchführung:
- Kindereinrichtung
- nähere Umgebung
- Offener Kanal / Nichtkommerzielles lokales Radio (soweit in der Nähe)

Zeitlicher Umfang der Projektdurchführung:

4 Tage, jeweils 8.00 bis 12.00 Uhr



Baustein 3: Elternabend

Problemstellung:
Kinder hören Radio, schauen sehr gerne Fernsehen und nutzen auch immer mehr den Computer. Eltern wissen häufig nicht, wie sie auf den Medienkonsum ihrer Kinder reagieren sollen. Ziel ist, die Wichtigkeit des bewussten Umgangs mit den Medien und Möglichkeiten der Medienerziehung in der Familie zu verdeutlichen und zu diskutieren.

Grobziele:
- Sensibilisierung für Medienwelt der Kinder und Jugendlichen
- Möglichkeiten der Eltern zur Medienerziehung erläutern
- Erfahrungsaustausch ermöglichen
- Zusammenarbeit zwischen Eltern und ErzieherInnen fördern

Feinziele:
- Nutzungsverhalten der Kinder erarbeiten
- Möglichkeiten der Steuerung des Mediennutzungsverhaltens
- Umgang mit Medienerlebnissen der Kinder besprechen
- Orientierungshilfen vorstellen (Flimmo)
- Aufgreifen aktueller Fragestellungen der Eltern
- konkrete Handlungsanleitungen vorschlagen

Ablauf:

- Intro (Begrüßung, Vorstellung, Fragerunde zu Erwartung und Wünschen der Eltern)
- Vermittlung von theoretischen Grundkenntnissen
- Diskussionsrunde

Ort des Elternabends:
Kindereinrichtung

Zeitlicher Umfang:
2 Stunden

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Haben Sie Interesse an der Durchführung in Ihrer Region, vielleicht auch in einem anderen Bundesland? Sprechen Sie uns gerne an und lassen Sie uns gemeinsam planen!


Weitere Informationen und Anmeldung
Projektleitung: Maren Risch
E-Mail: maren.risch@blickwechsel.org
Telefon und Fax: 0551 48 71 06





Die Vermittlung von Medienkompetenz im Sinne eines präventiven Jugendmedienschutzes ist eine zentrale Aufgabe der LPR Hessen. Die Landesmedienanstalt unterstützt daher zahlreiche medienpädagogische Projekte. Zielgruppen sind in erster Linie Kinder, Jugendliche und erwachsene Multiplikatoren. Vor allem Kinder im Vorschulalter müssen lernen, Medien sinnvoll und bewusst zu nutzen. Die Trennung zwischen Fiktion und Realität in den Medienwelten fällt ihnen besonders schwer.
Kontakt bei Rückfragen: Annette Schriefers, Telefon: 0561 93586-12.