|
Das Fernsehen gehört für die meisten Kinder
heute so selbstverständlich zum Alltagsleben wie Essen, Trinken
und Schlafen. Viele Eltern befürchten dabei, dass der Bildschirm
sich schädlich auf Konzentration und das soziale Verhalten
der Kinder auswirkt.
Das Medium als solches ist aber nicht von vorne herein
nur gut oder schlecht. Es kommt darauf an, wie viel geschaut wird,
was geschaut wird, und vor allem darauf, wie der Fernsehkonsum in
das Leben der Kinder eingebettet ist und von den Eltern begleitet
wird. Richtig genutzt kann der Bildschirm ein Fenster zur Welt sein,
das Neugierde auf weitere Erfahrungen weckt.
Unsere Kindergartenkinder haben sich in der Vergangenheit
im Rollenspiel viel mit unterschiedlichen Fernsehsendungen auseinander
gesetzt und diese immer wieder in ihr Spiel miteinbezogen. Dieses
haben wir zum Anlass genommen, um das Medienprojekt "Die Reise
ins Fernsehland" zu starten.
Als Einstieg in unserer Thema haben wir unterschiedliche
Angebote geplant, die wir im folgenden Text kurz beschreiben:
- Zwei Handspielpuppen haben den Kindern eine gute
Fernsehsendung und eine angstmachende Fernsehsendung geschildert.
Handspielpuppen haben wir gewählt, weil sich das Handpuppenspiel
gut als Vermittler zwischen ErzieherInnen und Kinder eignet. Sie
können kindliche Fragen stellen und stehen mit den Kindern
auf einer Stufe. Durch Frage- und Antwortspiel können sie Dinge
erläutern, die ihnen fremd sind. Durch unsere beiden Handpuppen
sind die Kinder ermutigt worden, frei über Sendungen und Ängste
zu erzählen. Die Kinder hatten die Möglichkeit auf spielerischer
Ebene mit den Puppen zusammenzulernen.
- Die Kinder haben von unseren Handspielpuppen die
Aufgabe gestellt bekommen, ein Fernseherlebnis aufzumalen. Ein gutes
oder eins was ihnen Angst eingeflösst hat. In unserer Reflexion
haben wir festgestellt, das es besser gewesen wäre, den Kindern
die Aufgabe zu stellen ein negatives Erlebnis zu malen. Denn bei
diesem Angebot haben alle Kinder nur ein positives Erlebnis gemalt.
- Nach der Malaktion haben alle Kinder ihr gemaltes
Bild auf ein Passepartout aufgeklebt und sich dafür einen Platz
in unseren Haus gesucht.
- Jedes Kind hat dann unseren Handspielpuppen erläutert,
was sie gemalt haben. Hierbei wäre zu beachten, das dieses
am gleichen Tag geschehen sollte, am besten mit einen Aufnahmegerät,
um sich im Gespräch voll auf das Kind konzentrieren zu können.
- Wir haben im gemeinsamen Gespräch mit allen
Kinder überlegt, wie der Film ins Fernsehen kommt und wie ein
Film gedreht wird.
- Die Kinder entwickelelten viele Ideen und es stand
fest, dass wir einen eigenen Film drehen werden. "Biene Maja
rettet ihren Freund Willi".
- Gemeinsam wurde das Drehbuch gemalt und Utensilien
für den Film gebastelt und rausgesucht und von zu Hause mitgebracht.
- Insgesamt haben wir dann draußen zwei Drehtage
gehabt an denen wir Szenen gespielt und dabei gefilmt haben. Die
Kinder haben bestimmt, wo was gedreht wird und wie welche Szene
gespielt wird.
- Zwischendurch haben wir immer wieder die Szenen
angeschaut und die Kinder haben ihren Beitrag dazu abgegeben.
Hierbei haben wir in den Reflexionen festgestellt,
wie unser Anspruch als ErzieherIn einfach zu hoch angesetzt war.
Schließlich haben wir uns dann entschieden, das es ein Film
der Kinder ist und nicht unser.
- Nachvertonung des Filmes haben wir dann mit einen
Videorecorder gemacht, der aber Autiodap besitzen muss, um dort
das Mikrophon anzuschließen. Wichtig wäre es erst mal
an einen oder mehren Testfilmen auszuprobieren, denn wir haben festgestellt,
das es für Kita. - Kinder nicht einfach ist, sich im Fernsehen
zu sehen und dann noch zeitgleich zu sprechen.
- Abschluss unseres Projektes war dann, ein Kinotag
an dem wir allen interessierten Eltern eingeladen hatten. Die Kinder
haben mit Feuereifer und viel Freude alles vorbereitet, von Kinokarten,
Geld, Plakaten bis zu selbstgemachtem Popcorn und am Kinotag dann
den Verkauf der Karten und den Verkauf von Getränken und Popcorn.
Als Abschluss können wir sagen, das dies für uns eine
ganz neue Erfahrung war, in der wir ErzieherInnen gemeinsam mit
den Kindern gelernt haben. Und wir haben festgestellt, wie toll
es ist Kinder entscheiden zulassen und ihre Ideen aufzugreifen und
umzusetzen. Und wieviel Spaß es machen kann sich mit dem Thema
Medien in anderer Art und Weise auseinander zu setzen und den Kindern
aufzuzeigen nicht nur Konsument vom Medium "Fernsehen"
zu sein, sondern selbst aktiv zu werden.
Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle noch
mal für die gute Zusammenarbeit mit dem Blickwechsel e.V.,
insbesondere bei Carola Michaelis. Für uns steht fest, das
Medienarbeit ein neues spannendes Thema auch in der Zukunft sein
wird.
von Marion Weseloh und Edeltraud Pfeiffer
|