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Filmworkshop für Kinder
In Zusammenarbeit mit der Käthe-Kollwitz-Schule, Göttingen.

Käthes Geist und verqualmte Toiletten

 

Einen Filmworkshop für Kinder hat das Göttinger Kino Lumière in Zusammenarbeit mit dem Verein"Blickwechsel" organisiert, diesmal in der Käthe-Kollwitz-Schule. Zwölf Schüler aus den beiden sechsten Klassen haben sich für das Projekt gemeldet.

Ihr Film wird an der Schule spielen: Workshop-Teilnehmer lernen die Kamera kennen. Foto: BB

Es ist Montagnachmittag, vier Uhr. Susanna, Marija, Kristina, Tobias, Abbas, Abdul, Patrick, Peter, Benni, Pembe, Vanessa und Jennifer sitzen im Klassenzimmer der 6b im Stuhlkreis. In der Mitte auf dem Boden liegt ein großes Stück Papier. Es ist der erste Tag des Filmworkshops, die Schüler haben sich schon mit der Kamera vertraut gemacht. Jetzt sammeln sie Ideen für die Handlung ihres Films und schreiben sie auf dem Papier auf. An den drei folgenden Tagen soll gedreht werden. "Unser Film soll in der Gegenwart spielen und einen Bezug zur Wirklichkeit haben", erzählen die Kinder. Und an der Schule sollte er spielen, das stand für sie von Anfang an fest. Viele kreative Einfälle werden von ihnen vorgestellt und diskutiert.Ein Mädchen schlägt vor, der Geist von Käthe Kollwitz, die für die Kinder ein Vorbild ist, könnte auftauchen. Er könnte sich über das Rauchen an der Schule beschweren. Denn die verqualmten Toiletten finden die Schüler "doof". Eine Geschichte über den Schulalltag also – mit magischen Elementen.

Theater als Hobby
Fünf Tage lang, immer vier Stunden, arbeiten die Schüler an dem Film, der am Ende etwa 15 Minuten lang sein wird, sagt Tamara Weiß, Mitarbeiterin von "Blickwechsel". Zusammen mit ihrer Kollegin Maren Risch leitet sie das Projekt. Betreut wird der Workshop auch von den beiden Lehrern der schulischen Theater-AG, Petra Karsubke und Christopher Franzmann-Korff. Viele der teilnehmenden Kinder sind in dieser AG. Sie hätten Spaß am Rollenspiel, erzählen sie. Ein Mädchen kann sich vorstellen, später sogar einmal beim Fernsehen zu arbeiten. Für die meisten von ihnen soll das Theaterspielen eher ein Hobby bleiben.Für die Arbeit in der AG ist die Teilnahme an dem Workshop natürlich ebenfalls eine Bereicherung, sagt Petra Kasubke. "Für die Kinder ist es spannend und wichtig zu erfahren, wie viel Arbeit in einem Film steckt und wie es hinter den Kulissen aussieht", fügt Weiß hinzu, "getreu dem Motto: Weg vom Fernsehkonsum, hin zum Filmemachen."

Am Ende des ersten Projekttages sind sich die Sechstklässler jedenfalls einig: Auf den Drehbeginn am nächsten Tag freuen sie sich mächtig und einige wollen sogar Requisiten mitbringen.

Natascha Linge
Göttinger Tageblatt, 11.10.2006