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Kindergartenkinder lernen bei Dreharbeiten
Verantwortung und Sozialkompetenz
Welturaufführung von
"Ein Tag im Leben des Zauberriesen"

 

Erwartungsvoll blicken die ZuschauerInnen auf den großen Bildschirm. Die meisten haben sich mit Popcorn und kühlen Getränken versorgt, nachdem sie ihren Eintritt an der kleinen Kasse im Kindergarten Lessingstraße, dessen Turnraum zu einem Kino umfunktioniert war, bezahlt hatten. Auf dem Programm steht die Welturaufführung des Streifens "Ein Tag im Leben des Zauberriesen" – und das Publikum ist gespannt, als es dunkel wird und der Bildschirm aufleuchtet…



Ein gut 10-minütiger Film ist im Rahmen eines Medienprojekts entstanden, das auf der Fortbildung "Medienerziehung in der KiTa" (LPR Hessen; Blickwechsel) beruht, die die Erzieherin Tatiana Emrich und der Erzieher Michael Solbach im Herbst vergangenen Jahres begonnen und im Frühjahr beendet hatten. Hierbei sollte erlernt werden, wie man den Kindergartenkindern "Medienkompetenz", aber auch den Umgang mit Kameras und Fotoapparaten vermitteln kann. Abschluss hierzu sollte ein kleines Filmprojekt sein.




"Es war für uns eine super Erfahrung wie kreativ, engagiert und verantwortungsbewusst die Kinder mitgemacht haben", meinte nach der umjubelten Premiere Erzieher Michael Solbach. "Die Kinder haben gleich zu Beginn des Projekts unser ganzes Konzept über den Haufen geworfen und ihr eigenes Ding gemacht", ergänzte seine Kollegin Tatiana Emrich. Langsam wollten die beiden die ausgelosten sechs Kinder, die nun in der ersten Klasse sind, an die Medienarbeit heranführen, behutsam Anregungen und Tipps geben.

"Den Kindern war sofort klar, dass sie einen Real-  und keinen Trickfilm machen wollten und beim ersten Brainstorming entstand sofort die Geschichte mit dem Zauberriesen", so Tatiana. "Sie wussten, dass man Licht und Ton braucht und auch schon, dass man Tricks bei einer Zaubergeschichte anwenden muss", erzählte Michael weiter. Da jedoch zunächst der Umgang mit de hochwertigen technischen Material, das zum Teil im Kindergarten vorhanden war, geliehen oder gekauft wurde, auf dem Programm stand, wurden die Kleinen ungeduldig. "Wann drehen wir endlich?", fragten sie ungeduldig.

An 12 Dienstagen trafen sich Julia und Rabia, Hazal, Jan, Jonas und Moritz, um ihren Film zu drehen. Sie entwickelten unter behutsamer Begleitung von Tatiana und Michael das Drehbuch, malten und bauten Kulissen und Requisiten, gestalteten Masken und Kostüme und agierten vor und hinter der Kamera – bis schließlich der phantastische Film fertig zum Schnitt war, den allerdings dann die ErzieherInnen alleine durchführten.

Bei den Dreharbeiten konnten die Kinder nicht nur ihre Phantasie einfließen lassen und aus sich herausgehen, sondern lernten auch, dass die anderen auf ihre Verlässlichkeit angewiesen sind. Sozialkompetenz und Verantwortung wurde neben technischem Wissen vermittelt. Zur Aufführung kam Ende letzter Woche der abenteuerliche Film "Ein Tag im Leben des Zauberriesen". Unterlegt mit Musik agierten die Kinder spielfreudig vor der Kamera, zeigten Perspektiv- und Lichtwechsel, eine bewegte Kamera bei Außenaufnahmen am Entenweiher – und nicht zuletzt immer wieder erstaunliche Tricks.

Text/Fotos: Stadt Rödermark, Pressemitteilung des Magistrats der Stadt Rödermark, 33. Kalenderwoche 2008, www.roedermark.de